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Nachsorge: Was nach der Operation zu beachten ist

Die meisten Patienten sehen bereits am nächsten Morgen deutlich besser. Das Auge braucht dennoch einige Wochen, um vollständig zu heilen. Mit dem richtigen Augentropfen-Plan und ein paar Verhaltensregeln verläuft die Erholung unkompliziert.

Patientin liest bei der Nachkontrolle nach der Kataraktoperation eine Sehtafel, Augenarzt beobachtet

Wie die Heilung verläuft

Tag 0, OP-Tag
  • ·Leichte Reizung, Tränenlaufen, Lichtempfindlichkeit: völlig normal
  • ·Verschwommenes Sehen: normal, das Auge erholt sich noch
  • ·Augenschutz (Klappe oder Pflaster) für die Nacht
  • ·Erste Augentropfen noch heute beginnen
  • ·Kein Reiben am Auge
Tag 1–7, Erste Woche
  • ·Visus bessert sich rasch, oft innerhalb 24–48 Stunden deutliche Verbesserung
  • ·Augentropfen nach Plan 4x täglich
  • ·Erste Kontrolluntersuchung 1 Tag nach OP
  • ·Leichte Rötung und gelegentliches Tränen: normal
  • ·Kein Schwimmen, kein Schminken, kein Sauna
Woche 2–4, Stabilisierung
  • ·Sehen stabilisiert sich weiter
  • ·Kortison-Tropfen werden schrittweise reduziert
  • ·Kontrolltermin ca. 1 Woche nach OP
  • ·Leichte Alltagsaktivitäten uneingeschränkt möglich
  • ·Keine endgültige Brillenverordnung vor Woche 4
Woche 4–6, Vollständige Heilung
  • ·Augentropfen abgeschlossen
  • ·Endgültiger Visus wird gemessen
  • ·Neue Brille kann jetzt angepasst werden
  • ·Schwimmen, Sauna, Sport wieder erlaubt
  • ·Kontrolltermin 4–6 Wochen nach OP

Die Augentropfen nach der OP

Nach der Operation erhalten Sie von Ihrem Arzt einen individuellen Tropfplan. Welche Präparate, in welcher Dosierung und für wie lange, das legt Ihr behandelnder Arzt fest. Setzen Sie die Tropfen niemals eigenständig ab, auch wenn das Auge sich gut anfühlt.

Antibiotische Augentropfen

Schützen das Auge vor Infektionen in der ersten Zeit nach der OP.

Typischerweise für die erste Woche nach dem Eingriff.

Kortikosteroide (kortisonhaltige Tropfen)

Dämpfen die natürliche Entzündungsreaktion des Auges nach dem Eingriff.

Werden über mehrere Wochen schrittweise reduziert, nie abrupt absetzen.

Entzündungshemmende Tropfen (NSAR)

Verringern das Risiko eines Makulaödems (Flüssigkeitsansammlung in der Netzhautmitte).

Typischerweise für 2–4 Wochen, je nach individuellem Behandlungsplan.

Tipp: Richtig tropfen, Unteres Lid leicht nach unten ziehen, Tropfen in den Bindehautsack träufeln. Auge danach sanft schließen und kurz den inneren Augenwinkel leicht drücken. So gelangt mehr Wirkstoff ins Auge.

Ab wann ist was wieder erlaubt?

Die gute Nachricht: Die meisten Alltagsaktivitäten sind rasch wieder möglich.

Aktivität Ab wann
Fernsehen, Lesen Sofort möglich
Leichte Büroarbeit Ab Tag 1–2
Auto fahren Erst nach augenärztlicher Kontrolle, meist nach 1–2 Wochen
Leichter Sport, Spazieren Ab Woche 1
Brillenanpassung Ab Woche 4–6 (wenn Sehen stabil)
Schminken (Augen) Ab Woche 2
Schwimmbad, Saunabesuch Ab Woche 4–6
Schwere körperliche Arbeit Ab Woche 2–4
Tauchen Ab Woche 6

Richtwerte. Ihr Arzt kann je nach individuellem Heilungsverlauf andere Empfehlungen geben.

Autofahren: Setzen Sie sich nicht zu früh ans Steuer. Erlaubt ist das Fahren erst, wenn Ihr Augenarzt bei der Kontrolle bestätigt hat, dass Ihre Sehschärfe ausreicht, in der Regel nach etwa ein bis zwei Wochen.

Das zweite Auge

Wenn beide Augen betroffen sind, werden sie in der Regel getrennt operiert, typisch mit 1–4 Wochen Abstand. Das hat einen guten Grund: Das Ergebnis des ersten Auges beeinflusst die optimale Linsenberechnung für das zweite Auge.

Was viele nicht wissen: Zwischen den beiden Operationen kann das Sehen vorübergehend ungewohnt sein, das operierte Auge sieht scharf, das andere noch trüb. Für kurze Zeit ist eine Brille möglicherweise unbrauchbar (ein Glas scharf, eines trüb). Das ist normal und vorübergehend.

Der Nachstar, wenn das Sehen nach Monaten wieder schlechter wird

Bei 20–40 % der Patienten trübt sich die hintere Linsenkapsel nach einiger Zeit ein, manchmal nach wenigen Monaten, manchmal erst nach Jahren. Das nennt sich Nachstar (Posterior Capsule Opacification). Das Sehen verschlechtert sich ähnlich wie beim ursprünglichen grauen Star.

Kein Problem: YAG-Laser-Kapsulotomie

Der Nachstar wird mit einem kurzen Lasereingriff in der Praxis behandelt, ambulant, ohne Narkose, in ca. 5 Minuten. Der Laser öffnet ein kleines Fenster in der eingetrübten Kapsel. Das Sehen verbessert sich sofort oder innerhalb weniger Tage. Danach sind keine Einschränkungen nötig. Dieser Eingriff ist von der ÖGK vollständig gedeckt.

Augenärztin behandelt einen Nachstar mit dem YAG-Laser, der Patient sitzt entspannt am Gerät

Wann sofort zum Arzt?

Starke Schmerzen im operierten Auge
Plötzliche starke Sehverschlechterung
Ausgeprägte Rötung und Lidschwellung
Lichtblitze oder "Rußregen" (Netzhaut-Warnsignal)
Übelkeit, Erbrechen (möglicher Druckanstieg)
Eitriges Sekret aus dem Auge
Älteres Paar genießt nach der Kataraktoperation mit klarer Sicht einen Spaziergang im herbstlichen Park
Das Ziel der Nachsorge: wieder klar sehen und den Alltag unbeschwert genießen.
Nachsorge-Merkblatt zum Mitnehmen

Die wichtigsten Verhaltensregeln, Tropfhinweise und Alarmzeichen auf einer Seite, für die ersten Wochen nach der Operation.

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Zuletzt aktualisiert: April 2026 Quellen: ESCRS Patient Information, ÖOG (Österreichische Ophthalmologische Gesellschaft), gesundheit.gv.at