Vorbereitung auf die Kataraktoperation
Eine Kataraktoperation erfordert kaum aufwändige Vorbereitungen — und dennoch gibt es einige wichtige Punkte, die Sie in den Wochen und Tagen davor beachten sollten. Dieser Leitfaden erklärt Ihnen Schritt für Schritt, was auf Sie zukommt.
Der Voruntersuchungstermin — das Fundament der Operation
Wochen vor der eigentlichen Operation findet ein ausführlicher Voruntersuchungstermin statt. Dieser Termin ist kein Formalakt — er ist medizinisch notwendig, denn ohne die dort erhobenen Messwerte kann keine passende Kunstlinse ausgewählt werden.
Der wichtigste Teil ist die Biometrie: Mit einem Laser-Messgerät werden Länge und Krümmung Ihres Auges exakt vermessen. Aus diesen Werten berechnet der Arzt, welche Stärke Ihre neue Kunstlinse haben muss, damit Sie danach möglichst scharf sehen.
Was beim Voruntersuchungstermin gemacht wird
- ✓ Biometrie (IOL-Berechnung) — Messung der Augenlänge und Hornhautkrümmung. Grundlage für die Linsenauswahl.
- ✓ Vollständige Augenuntersuchung — Sehschärfe, Augendruck, Netzhaut- und Hornhautbefund.
- ✓ Besprechung der Linsenoptionen — Kassenlinse oder Premiumlinse, Ziel-Refraktion (brillenfrei in der Ferne oder Nähe?)
- ✓ Medikamentengespräch — besonders wichtig bei Blutverdünnern und Prostatamedikamenten (Alpha-Blocker).
- ✓ Einverständniserklärung — Aufklärung über Ablauf, Risiken und Alternativen.
Welche Medikamente müssen vor der OP besprochen werden?
Die meisten Medikamente können Sie wie gewohnt weiternehmen. Es gibt jedoch zwei Gruppen, bei denen der Arzt unbedingt informiert werden muss:
Prostatamedikamente (Alpha-Blocker) — unbedingt mitteilen
Medikamente wie Tamsulosin (Flomax, Alna) und andere Alpha-Blocker, die häufig bei gutartiger Prostatavergrößerung verschrieben werden, können während der Kataraktoperation zu einem seltenen, aber bekannten Problem führen: dem sogenannten Intraoperativen Floppy-Iris-Syndrom (IFIS). Dabei erschlafft die Regenbogenhaut ungewollt. Ist der Chirurg informiert, kann er entsprechende Maßnahmen treffen — das Risiko ist dann gut beherrschbar. Teilen Sie dieses Medikament daher immer mit, auch wenn Sie es schon lange nicht mehr nehmen.
Blutverdünner — meist kein Absetzen nötig
Viele Patienten nehmen Blutverdünner wie ASS (Aspirin in niedriger Dosis), Marcoumar oder neuere Wirkstoffe (NOAC wie Xarelto, Eliquis). Die gute Nachricht: Bei einer Kataraktoperation unter Lokalanästhesie (Augentropfen) ist es in den meisten Fällen nicht nötig, diese Medikamente abzusetzen.
Der Augenarzt wird dies mit Ihrem Hausarzt oder dem behandelnden Internisten abstimmen. Setzen Sie Blutverdünner niemals eigenständig und ohne Rücksprache ab — das kann gefährlicher sein als die Operation selbst.
- ASS (Aspirin niedrig dosiert)
- Metformin (Diabetes)
- Schilddrüsenmedikamente
- Blutdruckmittel
- Marcoumar (Phenprocoumon)
- Xarelto, Eliquis (NOAC)
- Plavix (Clopidogrel)
- Tamsulosin (Flomax, Alna)
- Alfuzosin
- Alle Alpha-Blocker
Augentropfen vor der Operation
In den 1–3 Tagen vor der Operation erhalten Sie ein präoperatives Tropfschema. Dieses besteht üblicherweise aus einem entzündungshemmenden Mittel (NSAID-Augentropfen) und einem Antibiotikum. Das klingt aufwändig, dauert aber pro Anwendung nur wenige Sekunden.
Halten Sie das Tropfschema genau ein. Diese Tropfen reduzieren das Risiko einer Augenentzündung nach der Operation und verbessern das Heilungsergebnis. Ihr Arzt erklärt Ihnen beim Voruntersuchungstermin genaue Zeiten und Mengen.
Was gilt am Tag der Operation?
Der OP-Tag ist für die meisten Patienten weniger belastend als erwartet. Der Eingriff selbst dauert nur 10–20 Minuten, die Gesamtzeit im Krankenhaus oder der Tagesklinik beträgt typischerweise 2–4 Stunden.
✓ Was Sie tun sollen
- →Brille mitbringen (auch wenn die Sehschärfe schlecht ist)
- →e-Card und Lichtbildausweis mitbringen
- →Aktuelle Medikamentenliste mitbringen
- →Jemanden zum Heimfahren organisieren
- →Präoperative Augentropfen wie verschrieben verwenden
- →Ausreichend Zeit einplanen (2–4 Stunden)
✗ Was Sie lassen sollen
- →Kein Eye-Make-up, kein Wimperntusche
- →Kein Parfüm oder Aftershave im Gesichtsbereich
- →Keine Kontaktlinsen tragen
- →Nicht selbst mit dem Auto kommen
Checkliste für den OP-Tag
Drucken Sie diese Liste aus und haken Sie die Punkte vor der Abfahrt ab.
Was passiert direkt nach der Operation?
Unmittelbar nach dem Eingriff erhalten Sie einen Augenschutz — entweder ein kleines Pflaster oder eine Schutzbrille. Das operierte Auge sollte an diesem Tag nicht gerieben werden. Leichtes Fremdkörpergefühl, Tränenlaufen und vorübergehend verschwommenes Sehen sind in den ersten Stunden völlig normal.
Noch am OP-Tag beginnen Sie mit den ersten Augentropfen gemäß dem Nachsorgeschema Ihres Arztes. Der Visus — also die Sehschärfe — verbessert sich meist schon innerhalb von 24–48 Stunden deutlich.
Detaillierte Informationen zu den ersten Tagen, dem Tropfschema und erlaubten Aktivitäten finden Sie auf der Nachsorge-Seite.
Häufige Fragen zur Vorbereitung
Muss ich meine Kontaktlinsen vor dem Voruntersuchungstermin absetzen?
Ja, für die Biometrie sollten Sie harte Kontaktlinsen mindestens 2–4 Wochen, weiche Kontaktlinsen mindestens 1 Woche vor dem Messtermin nicht tragen. Kontaktlinsen verändern die Form der Hornhaut, was die Messung verfälschen würde.
Kann ich am Tag vor der OP normal essen und trinken?
Ja, bei Lokalanästhesie (Augentropfen-Betäubung) gibt es keine Nahrungseinschränkungen. Essen und trinken Sie wie gewohnt. Lediglich bei geplanter Vollnarkose gilt Nüchternheit ab 6 Stunden vor dem Eingriff.
Was, wenn ich starke Angst vor der Operation habe?
Sprechen Sie Ihre Angst offen beim Voruntersuchungstermin an. Bei Bedarf kann ein leichtes Beruhigungsmittel verabreicht werden. Da der Eingriff unter Augentropfen-Betäubung kaum schmerzhaft ist und Sie wach bleiben, berichten die meisten Patienten, dass die Angst vor der OP deutlich größer war als die OP selbst.
Muss jemand die ganze Zeit bei mir bleiben?
Eine Begleitperson zum Heimfahren ist zwingend notwendig — am OP-Tag dürfen Sie kein Fahrzeug lenken. Es ist jedoch nicht nötig, dass jemand den gesamten Aufenthalt (2–4 Stunden) wartet. Viele Patienten kommen allein und rufen eine Begleitperson zur Abholung.
Wann werde ich erfahren, welche Linse ich bekomme?
Die Linsenauswahl und die endgültige Entscheidung fallen beim Voruntersuchungstermin gemeinsam mit dem Arzt. Nach der Biometrie ist klar, welche Stärken zur Auswahl stehen. Ob Sie eine Kassenlinse (Standard-Monofokale) wählen oder eine Premiumlinse mit Zuzahlung, entscheiden Sie selbst — nach ausführlicher Aufklärung.
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