K
Kataraktzentrum

Risiken und Komplikationen der Kataraktoperation

Jede Operation birgt Risiken — und das dürfen Sie wissen. Die Kataraktoperation gehört zu den sichersten chirurgischen Eingriffen überhaupt: Über 95 % verlaufen ohne Komplikationen. Die meisten Probleme, die auftreten können, sind gut behandelbar. Auf dieser Seite finden Sie alle Risiken ehrlich erklärt — mit Häufigkeiten und konkreten Behandlungsmöglichkeiten.

> 95 %
Erfolgsrate bei unkomplizierter OP
< 1 %
Schwere Komplikationen (Infektion, Netzhautablösung)
20–40 %
Nachstar (nach 2–5 Jahren) — einfach laserbar
Häufig / leicht behandelbar
Selten / gut behandelbar
Sehr selten / Notfall — sofort handeln

Alarmzeichen: Wann sofort zum Arzt?

Leichte Reizung, Tränenlaufen und etwas Lichtempfindlichkeit nach der Operation sind normal. Diese Symptome sind es nicht — bei ihnen sollten Sie sofort ärztliche Hilfe suchen:

⚠️Starke Schmerzen im operierten Auge

Leichtes Drücken ist normal — starker Schmerz nicht.

⚠️Plötzliche starke Sehverschlechterung

Besonders wenn das Sehen vorher schon gebessert war.

⚠️Starke Rötung und Lidschwellung

Leichte Röte ist normal, ausgeprägte Schwellung nicht.

⚠️Lichtblitze oder "Rußregen"

Mögliche Zeichen einer Netzhautablösung.

⚠️Übelkeit und Erbrechen

Kann auf erhöhten Augeninnendruck hinweisen.

⚠️Eitriges Sekret aus dem Auge

Mögliches Infektionszeichen.

Im Zweifel immer sofort handeln — besonders in den ersten 5 Tagen nach der Operation. Bei Verdacht auf Endophthalmitis (Augeninfektion) zählt jede Stunde.

Was das Risiko minimiert

🏥
Operation im Krankenhaus

Alle Komplikationen können direkt vor Ort behandelt werden — kein Transport, keine Verzögerung. Das ist besonders wichtig bei intraoperativen Problemen.

👨‍⚕️
Erfahrung des Chirurgen

Die Kapselruptur-Rate liegt bei erfahrenen Chirurgen unter 0,5 %. Operationsvolumen und Spezialisierung machen einen messbaren Unterschied.

💊
Präoperative Medikamente

Antibiotische Augentropfen vor und nach der OP, Desinfektion mit Povidon-Iod und sterile Technik senken das Infektionsrisiko auf unter 1:2.000.

📋
Medikamenten-Anamnese

Alpha-Blocker (z. B. Tamsulosin bei Prostata) müssen dem Chirurgen bekannt sein — sie erhöhen das Risiko des sogenannten IFIS-Syndroms erheblich.

👁️
Korrekte Nachsorge

Augentropfen nach Plan, Kontrolltermine einhalten, Alarmzeichen kennen — das verhindert, dass kleine Probleme groß werden.

🔬
Voruntersuchung

Eine gründliche Biometrie, Hornhaut-Topografie und Abklärung der Netzhaut zeigen Risikofaktoren vor der Operation.

Fragen zu Ihrem persönlichen Risiko?

Jeder Patient ist anders. Ein Spezialist bewertet Ihre individuelle Situation und erklärt, was in Ihrem Fall zu beachten ist.

Spezialisten in der Nähe finden →
Medizinisch geprüfte Information
Ein Angebot von augenarzt-online.org
Zuletzt aktualisiert: April 2026 Quellen: ESCRS, ÖOG, Lundström et al. (EUREQUO cataract outcomes database), gesundheit.gv.at