Was ist der graue Star (Katarakt)?
Der graue Star ist eine Trübung der Augenlinse und die weltweit häufigste Ursache für Erblindung. Die gute Nachricht: Er ist vollständig behandelbar. In Österreich werden jährlich rund 150.000 bis 200.000 Kataraktoperationen durchgeführt, mit einer Erfolgsrate von über 95 Prozent.
Wie entsteht der graue Star?
Hinter der Pupille sitzt die Augenlinse, eine bikonvexe, transparente Struktur etwa so groß wie ein Linsenkerndurchmesser einer Kameralinse. Ihre Aufgabe: das einfallende Licht so bündeln, dass ein scharfes Bild auf der Netzhaut entsteht.
Beim grauen Star verklumpen die Eiweißmoleküle in der Linse, ähnlich wie Eiweiß in der Pfanne beim Erhitzen fest und trüb wird. Die Linse verliert ihre Klarheit, Licht wird gestreut statt gebündelt. Das Ergebnis ist verschwommenes, blendungsempfindliches Sehen, das sich über Monate bis Jahre schleichend verschlechtert.
Illustration: Querschnitt Auge mit Linse (gesund vs. grauer Star)
Klar und transparent. Licht wird gebündelt und ein scharfes Bild entsteht auf der Netzhaut.
Trüb durch Proteinverklumpungen. Licht wird gestreut, das Sehen wird verschwommen und blendungsempfindlich.
Wie sehen Betroffene?
Schieben Sie den Regler nach links oder rechts, um den Unterschied zwischen normalem Sehen und grauem Star zu erleben.
Welche Formen gibt es?
Alterskatarakt (Cataracta senilis)
Mit über 95 Prozent aller Fälle ist dies die weitaus häufigste Form. Ab dem 50. Lebensjahr nimmt die Häufigkeit stetig zu: Bei 70- bis 80-Jährigen ist etwa jede zweite Person betroffen, bei über 80-Jährigen sogar mehr als sieben von zehn.
Je nach Lage unterscheidet man drei Unterformen: Der nukleäre Katarakt betrifft den Linsenkern und führt zu einer Gelbverfärbung des Sehens. Der kortikale Katarakt zeigt speichenartige Trübungen an der Linsenrinde. Der hintere subkapsuläre Katarakt sitzt direkt hinter dem Kern und verursacht besonders früh Leseschwierigkeiten sowie starke Blendung.
Was begünstigt den grauen Star?
Das Alter ist der wichtigste Risikofaktor, ab dem 60. Lebensjahr steigt das Risiko deutlich. Daneben gibt es Faktoren, die Sie selbst beeinflussen können.
- ●Alter ab 60, exponentiell zunehmend
- ●Genetische Veranlagung
- ●Geschlecht (Frauen leicht häufiger betroffen)
- ●UV-Strahlung (Sonnenbrille mit UV-Schutz schützt langfristig)
- ●Rauchen verdoppelt bis verdreifacht das Risiko
- ●Diabetes (gute Blutzuckerkontrolle senkt das Risiko)
- ●Kortison-Dauertherapie mit dem Arzt besprechen
Häufige Fragen
Vermuten Sie grauen Star?
Ein Augenarzt kann in wenigen Minuten feststellen, ob ein Katarakt vorliegt. Vereinbaren Sie einen Untersuchungstermin.
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