Häufige Fragen zum grauen Star
Hier finden Sie Antworten auf die Fragen, die Patientinnen und Patienten am häufigsten stellen — von Diagnose und Operationsablauf bis zu Kosten und Nachsorge.
Diagnose & Symptome
Typische Zeichen sind zunehmend verschwommenes oder trübes Sehen, das sich mit Brillen nicht mehr vollständig korrigieren lässt, erhöhte Blendempfindlichkeit (besonders beim Autofahren nachts), verblasste Farben und das Gefühl, durch einen Schleier zu schauen. Nur ein Augenarzt kann durch die Spaltlampenuntersuchung eine sichere Diagnose stellen.
Ja. In den meisten Fällen entwickelt sich der graue Star auf beiden Augen — allerdings oft in unterschiedlichem Tempo. Das eine Auge kann stärker betroffen sein als das andere. Operiert wird trotzdem meistens ein Auge nach dem anderen, mit einigen Wochen Abstand.
Nein, das sind zwei völlig verschiedene Erkrankungen. Grauer Star (Katarakt) ist eine Trübung der Augenlinse — heilbar durch Operation. Grüner Star (Glaukom) ist ein erhöhter Augeninnendruck, der den Sehnerv schädigt — nicht heilbar, aber behandelbar. Beide können gleichzeitig vorkommen, haben aber unterschiedliche Ursachen, Symptome und Therapien.
Vor der Operation
Es gibt keinen fixen Grenzwert. Operiert wird, wenn die Sehverschlechterung den Alltag einschränkt — zum Beispiel beim Autofahren, Lesen oder Fernsehen. Auch wenn Brillen die Sehschärfe nicht mehr ausreichend verbessern können, ist eine OP sinnvoll. Ihr Augenarzt beurteilt die Situation und berät Sie individuell.
Technisch ja — grauer Star ist keine Notfallsituation. Allerdings kann ein sehr dichter Katarakt die Operation später schwieriger machen. Zudem steigt mit der Zeit das Sturzrisiko durch schlechte Sicht. Ein weiteres Abwarten ist sinnvoll, wenn die Sehbeeinträchtigung noch gering ist. Ihr Arzt kann einschätzen, wie dringend der Eingriff bei Ihnen ist.
Nicht bei der üblichen Tropfbetäubung (Lokalanästhesie), die in über 95 % der Fälle verwendet wird. Wenn Sie Vollnarkose erhalten (sehr selten bei Erwachsenen), gelten die üblichen Nüchternheitsregeln (6 Stunden). Ihr Arzt informiert Sie rechtzeitig.
Blutverdünner (ASS, Marcoumar, NOAKs) werden meistens NICHT abgesetzt — das Blutungsrisiko im Auge ist bei dieser OP minimal. Unbedingt mitteilen müssen Sie Tamsulosin und andere Alpha-Blocker (häufig bei Prostataerkrankungen): Diese erhöhen das Risiko eines Iris-Syndroms (IFIS) und müssen dem Chirurgen bekannt sein. Bringen Sie immer Ihre vollständige Medikamentenliste mit.
Die Operation selbst
Ja. Die Operation erfolgt unter Tropfbetäubung — Sie sind wach, aber das Auge ist vollständig betäubt. Sie sehen Licht und verschwommene Bewegungen, aber keine Details des Eingriffs. Viele Patienten beschreiben es als entspannt. Bei Bedarf können Sie ein leichtes Beruhigungsmittel bekommen.
Nein. Das Auge ist vollständig betäubt. Manche Patienten beschreiben ein leichtes Druckgefühl, aber keine Schmerzen. Nach der OP kann das Auge einige Stunden leicht brennen oder reizen — das lässt rasch nach.
Der eigentliche Eingriff dauert 10–20 Minuten. Im Krankenhaus sind Sie inklusive Vorbereitung und Überwachung danach ca. 2–4 Stunden. Die meisten Patienten gehen am gleichen Tag nach Hause.
Nach der Operation
Viele Patienten berichten schon am nächsten Morgen über deutlich besseres Sehen. Der Heilungsprozess dauert 4–6 Wochen, bis die Sehschärfe vollständig stabil ist. Erst dann sollte eine neue Brille angepasst werden.
Das hängt von der gewählten Kunstlinse ab. Mit einer monofokalen Standardlinse (Kassenleistung) sehen Sie meist in der Ferne gut, benötigen aber eine Lesebrille. Mit einer trifokalen Premium-Linse sind über 80 % der Patienten im Alltag brillenfrei. Ihr Arzt bespricht die Optionen vor der OP mit Ihnen.
Die Kunstlinse selbst trübt sich nicht. Allerdings kann sich die hintere Linsenkapsel, die als Halterung der Linse dient, nach Monaten oder Jahren eintrüben — das nennt sich Nachstar. Er tritt bei 20–40 % der Patienten auf und wird mit einem 5-minütigen Lasereingriff (YAG-Kapsulotomie) vollständig behoben. Dieser Eingriff ist von der ÖGK gedeckt.
Nicht am OP-Tag selbst. Ab dem nächsten Tag ist Autofahren erlaubt, wenn die Sehschärfe ausreichend ist (in der Regel der Fall). Ihr Arzt prüft das beim Kontrolltermin am Tag nach der OP.
Kosten & Versicherung
Ja. Die Operation mit einer monofokalen Standardlinse ist für alle ÖGK-Versicherten kostenlos — inklusive Betäubung, Voruntersuchung und Nachsorge. Zuzahlungen fallen nur für Premium-Linsen (torisch, EDOF, trifokal) oder FLACS-Laser an.
Torische Linsen kosten ca. 400–800 € pro Auge Zuzahlung, EDOF-Linsen 700–1.200 €, trifokale Linsen 1.000–1.500 €. Als Privatpatient beim Wahlarzt können die Gesamtkosten für beide Augen 2.000–8.000 € betragen, je nach Linsentyp. Mehr Details finden Sie auf der Kostenseite.
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